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am 11. Dezember 2019

Erweiterung Industriepark in Zeiten der Klimakrise

Manuel Parfant - Der Industriepark Braunau – Neukirchen plant seit längerer Zeit eine Erweiterung seiner Fläche.

Braunau. Nach dem Grundsatzbeschluss im Frühling steht in der kommenden Gemeinderatssitzung der erste Grundstücksverkauf zur Debatte.


In der Gemeinderatssitzung vom 28.März 2019 wurde im vertraulichen Teil der Grundsatzbeschluss für eine Erweiterung des Industrieparks gegen die Stimmen der Grünen beschlossen. Bei dieser Erweiterungsfläche handelt es sich um knappe 70 Hektar klimaschonenden Wald. „Schon damals war für uns Grüne klar, dass eine Erweiterung des Industrieparks um eine Fläche von 98 Fußballfeldern in Zeiten des Klimawandels nicht vertretbar ist. Derzeit besitzt der Industriepark eine Fläche von 27 ha,
eine Erweiterung um 70 ha entspricht also mehr als einer Verdreifachung der Fläche.“, erklärt GR DI Manuel Parfant, Obmann des Umweltausschusses. Diese Erweiterung umfasst alle Waldgrundstücke zwischen der Industrieparkstraße und dem Rennerweg beim Wildschweingehege.

Am kommenden Donnerstag soll in der Gemeinderatssitzung der nächste Schritt gesetzt werden. Ebenfalls im vertraulichen Teil soll ein Optionsvertrag für den Verkauf von 38 Hektar Gemeindewald, also der Fläche von 53 Fußballfeldern, an die AMAG beschlossen werden. „Hinter verschlossenen Türen will die Stadtgemeinde Braunau den völlig intakten Gemeindewald der Aluminiumindustrie opfern. Mit dieser Vorgehensweise will die Stadtgemeinde unter Ausschluss der Öffentlichkeit unumkehrbare Tatsachen schaffen und somit einen allzu heftigen Gegenwind vermeiden.“, ist GR DI Manuel Parfant verärgert.

„Für uns ist es nachvollziehbar, dass sich die Industrie in wirtschaftlich guten Zeiten Grundstücksreserven für zukünftige Erweiterungen sichern will. Über eine Erweiterung des Industrieparks in einem normalen Umfang könnte man unter bestimmten Voraussetzungen diskutieren. Diese Erweiterung ist im gewünschten Ausmaß überzogen, vor allem da noch keine konkreten Ausbaupläne vorgestellt wurden und daher nicht beurteilt werden kann, welche Auswirkungen ein weiterer Ausbau auf die Lärmbelastung, das Grundwasser, die Luftqualität und das Verkehrsaufkommen in der Region haben wird. Unter diesen Umständen werden die Grünen Braunau diesem Vorhaben selbstverständlich nicht zustimmen.“, betont der Fraktionsobmann der Grünen Braunau GR Mag. DI Manfred Hackl.


„Auch wenn diese Fläche höchstwahrscheinlich in der Nähe wieder aufgeforstet werden muss, wird dieses neue Waldgebiet Jahrzehnte benötigen, um den gleichen positiven Effekt für das Klima zu erzielen. Andere Städte und Gemeinden in Österreich setzen Maßnahmen für den Klimaschutz, in Braunau ticken die Uhren scheinbar noch anders“, fügt GR DI Manuel Parfant verwundert hinzu.

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