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am 24. Jänner

Bahnhof NEU in Braunau.

Manfred Hackl - Der Braunauer Bahnhof und sein Umfeld werden umgebaut, erneuert und modernisiert. Mit Busterminal, Park & Ride, Radabstellplätzen, Unterführung unter dem Bahnhof und Änderungen bei den Bahnkreuzungen. Ein großer Wurf für den öffentlichen Verkehr.

Seit 2001 modernisieren die Österreichischen Bundesbahnen im Rahmen der „Bahnhofsoffensive“ ihre frequenzstärksten Bahnhöfe. Sicherheit, Sauberkeit, Barrierefreiheit und ein ansprechendes Nahversorgungsangebot sind die Leitlinien.​

2018 und 2019 wird der Bahnhof in Braunau erneuert und zu einer regionalen Mobilitätsdrehscheibe ausgebaut.​

Bilder siehe bitte unten. Bildquelle: ÖBB

Busterminal

Im Dezember 2018 soll nämlich das „Regionalverkehrskonzept Innviertel“ umgesetzt werden, das eine beträchtliche Ausweitung des Angebots an Busverbindungen beinhaltet. Die Anbindung der Citybusse und der regionalen Buslinien an das Bahnnetz soll an einem neuen großen Busterminal erfolgen, der östlich des Bahnhofsgebäudes errichtet werden soll. Dort wo derzeit das Magazin ist.

Park & Ride und Radabstellplätze

​Wie von uns Grünen bereits im Jahr 2015 vorgeschlagen, soll auf dem Gelände des ehemaligen Hofermarkts in der Hans Sachs-Straße, nördlich des Bahnhofs, eine große Park & Ride Anlage errichtet werden. Die ÖBB werden das Gelände ankaufen, den alten Supermarkt abreißen, und dort Stellplätze für 158 PKW bereitstellen. Die derzeitigen Dauerparkplätze vor dem Bahnhofsgebäude werden dafür wegfallen, und die Flächen für die zwölf Stellplätze für das sogenannte  „Kiss & Ride“ genutzt. Also für Hinbringen und Abholen und als Stellplätze für Taxis.

Ebenso vorgesehen ist die Errichtung einer großen überdachten Radabstellanlage für 90 Fahrräder nördlich des Bahnhofs. In einer zweiten Phase sollen auch die Radabstellplätze an der Bahnhofstraße – an Stelle des derzeitigen Toilettengebäudes - erneuert werden.

Unterführung unter dem Bahnhof

Zur Anbindung der neuen Park & Ride Parkplätze ist eine Unterführung unter den Bahngleisen erforderlich, die so groß sein soll, dass sie von Fußgängern und Radfahrern barrierefrei genutzt werden kann. Ein paar technische Daten: 3,5 Meter Breite, 2,8 Meter Höhe, maximal 6 Prozent Gefälle.

Die nördliche Rampe geht nach Westen (Innenstadt), die südliche nach Osten (Bahnweg). Damit können die Schülerinnen und Schüler, die derzeit durchaus gefährlich über den sehr engen Bahnübergang am Bahnweg zu Fuß zum Gymnasium gehen, zukünftig gefahrlos diese Unterführung nutzen.
Von Seiten der Stadtgemeinde ist dann noch eine entsprechende Weiterführung dieses Fußwegs vom Park & Ride Parkplatz nach Laab umzusetzen.

Gefahrenstellen Bahnkreuzungen

​Um schwere Unfälle an ungesicherten Bahnkreuzungen zu verhindern - wie auch bei uns in den letzten Jahren leider einige vorkamen - und um höhere Geschwindigkeiten der Züge zu ermöglichen, arbeiten die ÖBB und die Straßenerhalter (Land und Gemeinden) daran, ungesicherte Bahnübergänge aufzulassen, und die verbleibenden mit Schrankenanlagen abzusichern, oder – im Optimalfall – durch Unter- oder Überführungen zu ersetzen.

Bahnkreuzung Bahnweg

​Daher wird die lange und enge (einspurige) Bahnkreuzung am Bahnweg aufgelassen. Für Fußgänger und Radfahrer steht als Ersatz ja die neue Unterführung unter dem Bahnhof bereit, Autofahrer müssen dann den kurzen Umweg über die Bahnkreuzungen in der Laabstraße oder bei der Firma Unterfurtner in Kauf nehmen.
Die Frequenz am Bahnweg beträgt, laut Messungen aus dem Jahr 2016, 800 Fahrzeuge pro Tag, von denen laut Prognose drei Viertel zur Laabstraße und ein Viertel zur Unterfurtner Kreuzung ausweichen werden.

Bahnkreuzung Unterfurtner

​Die Bahnkreuzung Unterfurtner wird um ca. eine  Million Euro saniert und auf den neuesten Stand der Sicherheitstechnik gebracht. Die Errichtung einer Unterführung in diesem Bereich wäre zwar technisch möglich und auch wünschenswert, würde aber etwa zehn Millionen Euro kosten, von denen die Stadtgemeinde Braunau zumindest die Hälfte zu tragen hätte. Sehr viel Geld also, das dann für andere wichtige Infrastrukturprojekte abgehen würde.

Bahnkreuzung Vialit

​Die alte Bahnkreuzung bei der Firma Vialit an der Josef Reiter-Straße wird aufgelassen und durch eine kleine Unterführung ersetzt: Breite 5,2 Meter, Höhe 3,7 Meter, mit zusätzlich Platz für einen 2 Meter breiten Gehsteig an der Westseite. 
Die Dimensionen sind so gewählt, dass die Unterführung für Einsatzfahrzeuge  wie Rettung oder Feuerwehr befahrbar ist. Derzeit ist ja im Einsatzfall oft ein Problem, dass Laab durch die Bahnkreuzungen abgeschnitten ist, und es durch geschlossene Schranken zu schmerzlichen Verzögerungen kommt. Durch die neue Unterführung entfallen dort nun die Wartezeiten.
Trotzdem soll dies nicht die Hauptverbindung nach Laab werden, da die Josef Reiter-Straße weiterhin eine verkehrsberuhigte Siedlungsstraße bleibt.

Zeitplan

Phase 1 (2018 und 2019, Gesamtkosten ca. 8 Millionen Euro):

• Neubau des elektronischen Stellwerks
• Errichtung Busterminal
• Park & Ride Anlage
• Unterführung unter dem Bahnhof
• Eisenbahnkreuzung Unterfurtner
• Unterführung Josef-Reiter Straße
• Auflassung der Eisenbahnkreuzung Bahnweg


Phase 2 (später):

• Attraktivierung des Bahnhofsgebäudes

• Barrierefreie Bahnsteige (55 cm Einstiegshöhe
• Überdachte Inselbahnsteige mit Lift
• Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes

bitte umsteigen

​Als wir im Juni 2017 erstmals von den Plänen zur Umgestaltung des Bahnhofs und seines Umfelds erfuhren, waren wir begeistert. Nicht nur wohlklingende Worte, sondern es zeichnen sich auch Taten von ÖBB, Land Oberösterreich und Stadtgemeinde Braunau zur Förderung des umweltfreundlichen Verkehrs in Braunau ab.

Mit der Umsetzung des Regionsverkehrskonzepts Innviertel hatte das Land Oberösterreich seine ungeliebte Provinz ohnehin viele Jahre hingehalten. Eine Elektrifizierung der Strecken von Braunau nach Straßwalchen bzw. Neumarkt-Kallham kommt seit Jahrzehnten nur in Wahlprogrammen und Sonntagsreden vor, und auch der Ausbau von Rad- und Gehwegen ging bisher nur schleppend voran.

Aber jetzt könnte wirklich ein großer Wurf gelingen. Bahnhöfe sind die Empfangshallen des öffentlichen Verkehrs für die Bahnreisenden und der Vorplatz, das Tor in die Stadt für die Ankommenden. Aus schmuddelig und abweisend soll nun attraktiv und anziehend werden.

Damit haben wir dann, zusammen mit der großen und bequemen Park & Ride Anlage für Autos und Fahrräder und laufenden Verbesserungen im Fahrplan, die besten Voraussetzungen, dass mehr Leute von Auto auf Zug, Bus und Rad umsteigen. ​



Bahnhof mit Busterminal.
Eine Unterführung für Fußgänger/innen und Radfahrer/innen vom Bahnhof zu den Park & Ride Parkplätzen beim ehemeligen Hofer in Laab.
Die Bahnhkreuzung Laabstraße/Unterfurtner wird saniert und auf den neuesten, auch sicherheitstechnischen, Stand gebracht.
Die Bahnkreuzung an der Josef Reiter-Straße/Vialit wird aufgelassen und durch eine kleine Unterführung ersetzt.
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